Bernadette Burow | Die Affen | 27. November 2015 - 15. Januar 2016

Bernadette Burow malt Seele und das über den Umweg der Physiognomie von Primaten. Begonnen hat sie damit 2013 nach ihrem Studium in Dortmund. Kommunikationsdesign, soweit ich richtig informiert bin. Und nun ist etwas passiert, was gerade für Künstler sehr wünschenswert ist, Bernadette Burow kam in einen Dialog mit ihren Motiven. Und zwar so intensiv, dass Sie, nach eigener Aussage, sicherlich noch zwei drei Jahre das Sujet abarbeiten wird. Das heißt aber auch, das irgendwann die Affen zur persönlichen Werkgeschichte gehören werden. Derzeit aber dominieren sie noch ihr künstlerisches Schaffen. Offensichtlich aber auch die Zurkenntnisnahme ihres Wirkens. Es hat sich bis hin nach Greifswald, Geburtsort der Künstlerin, das Thema Affen schneller herumgesprochen als ihr Name. „Das ist doch die, die die Affen malt.“ Nur kurz zur Erinnerung, die ist diesem Fall Bernadette Burow.

Ihre künstlerischen Vorbilder findet sie beim Impressionismus im Allgemeinen und bei Gerhard Richter im Besonderen. Interessant finde ich auch Ihre Wahrnehmung verschiedener Bilder des Vincent van Gogh. Sie empfindet einige Werke als unruhig. Das liegt wohl daran, so ihre Erklärung, dass der Pinselstrich des Rechtshänders van Gogh in der Ansicht der Linkshänderin Burow als gegenläufig wahrgenommen wird. Ob es stimmt, weiß ich nicht, nachvollziehen konnte ich es, denn auch ich bin ein Linkspot. Bei ihren eigenen Werken achtet sie auf Ausgleich, eben dass der Pinselstrich in der Fläche rechts wie links erfolgt.

Insgesamt bleibt der Affe ein ungewöhnliches Motiv. In der Bearbeitung von Bernadette Burow wird es Sie als Betrachter wohl eher polarisieren. Das Besondere ist eben kein Allgemeinplatz. Und wer weiß, vielleicht wird ja die pessimistische Aussage der Nachbarin unten links noch Lügen gestraft: „Wer würde sich denn einen Affen ins Wohnzimmer hängen?“