Rolfes & Weber | Bodymerge | 11. März 2016 - 15. Juni 2016

Mit "Bodymerge" realisieren Jürgen Weber und Jochen Rolfes ein Projekt, das die Körperkunst und die Fotografie in unübertroffener Symbiose und gleichwertiger Ästhetik darstellt. Die Fotografie, die quasi als Kunstrichtung zur Body Art gehört, bekommt hier einen ganz neuen Stellenwert. Body Art - oder Körperkunst – ist eine in den 1960er Jahren entstandene Kunstrichtung, die ihre Wurzeln in der Tradition des Body Painting, also der Körperbemalung hat und so alt ist wie die Entdeckung des menschlichen Ego, da Körperbemalung oder Körperverzierung eine bewusste Veränderung der naturgegebenen Gestalt ist. Kulturgeschichtlich betrachtet gilt die Körperbemalung als die ursprünglichste Form des künstlerischen Ausdrucks sowie auch der Selbstdarstellung. Völkergruppen und Stämme hatten ihre ganz eigenen Körperverzierungen mit eigenen Symbolen, die sich im Laufe der Zeit ständig veränderten.

Von Äthopien und Kenia über Thailand, Indonesien und Australien bis Nord- und Südamerika war und ist die Körperbemalung weltweit verbreitet, und ob Tellerlippen, Giraffenhälse, Piercings, Tätowierungen oder Schmucknarben neben wieder leicht zu entfernenden Bemalungen die
männlichen und weiblichen Körper zieren, so sind sämtliche schmückende und dekorative Eingriffe am Körper bei allen Völkern doch von ähnlicher Bedeutung: religiös, rituell, philosophisch, psychologisch, spirituell, erotisch, sinnlich, symbolisch oder zeremoniell. Auch aus Prestigegründen wurden und werden die Körper bearbeitet; Farbaufträge dienen aber auch der Kühlung und sogar Heilung (vor allem Henna). Und der Geruch bestimmter Pflanzenfarben hält Insekten fern.

Mit der Fortführung der Tradition des Body Paintings bis hin zur Begriffserweiterung "Bodymerge" haben Jochen Rolfes und Jürgen Weber aber auch zeitgeschichtlich eine Verschmelzung von ursprünglicher Körperbemalung und heutiger Körperkunst geschaffen sowie die Inhalte der in den
1960er Jahren aufkommenden Body Art wieder aufgegriffen und neu interpretiert.